MIT Schwerin fordert sofortige Senkung der Energiesteuern

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) in Schwerin spricht sich für die sofortige Senkung der Energiesteuern auf Erdgas, Strom, Heizöl und Flüssiggas aus.

Foto: (c) Gerd Altmann auf Pixabay

 

Das Statistische Bundesamt hat die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte veröffentlicht. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) in Schwerin sieht die Ampelkoalition in Berlin nun in der Pflicht schnell zu handeln. „Die Erzeugerpreise sind um 45,8 Prozent gestiegen. Das hat eine historische Dimension. Seit 1949 wird diese Statistik geführt. Noch nie gab es eine größere Kostenexplosion.“, sagt MIT-Kreisvorsitzender Christian Graf.  Allein gegenüber dem Vormonat seien die Kosten um 7,9 Prozent gestiegen. „Auch das ist ein neuer trauriger Rekord. Die Zahlen belegen: zuerst Inflation, jetzt Stagflation. Deutschland rast in die Rezession. Und die Ampel sieht zu. Zögert. Verschleppt. Streitet.“, so der Kreis-Chef weiter.

Energie ist Hauptpreistreiber

Christian Graf, Vorsitzender der MIT Schwerin

Hauptverantwortlich für den Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise ist laut Statistischem Bundesamt die Preisentwicklung bei Energie. Die Energiepreise lagen im August 2022 im Durchschnitt 139,0 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Allein gegenüber Juli 2022 stiegen diese Preise um 20,4 Prozent. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei Energie hatten die Preissteigerungen für elektrischen Strom mit einem Plus von 174,9 Prozent. Christian Graf: „Zahlen lügen nicht. Wann wird die Ampel endlich wach? Die Ampel muss endlich handeln. Das Energieangebot muss sofort ausgeweitet werden. Was ans Netz kann, muss ans Netz – Biogas, Kernkraft, Kohle. Gas- und Strompreis müssen gedeckelt werden. Es darf nicht sein, dass Energieerzeuger derzeit die Gewinne ihres Lebens machen und der Rest fährt gegen die Wand.“

Senkung der Energiesteuer

Zur umgehenden Entlastung des Mittelstands fordert die MIT Schwerin zudem eine sofortige Senkung der Energiesteuern auf Erdgas, Strom, Heizöl und Flüssiggas. Allein bei Strom sind die Belastungen in Deutschland durch die Stromsteuer für Unternehmen 40-mal so hoch wie diese laut der EU-Vorgabe sein müssten, bei privaten Haushalten 20-mal so hoch.

Auch Vorleistungsgüter waren im August 2022 um 17,5 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Vor allem Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen wurden teurer. Ebenso wie chemische Grundstoffe, Düngemittel und Stickstoffverbindungen. Christian Graf zieht Bilanz: „Unsere Betriebe müssen sich entscheiden: Geben sie die horrenden Erzeugerkosten an die Kunden weiter und befeuern damit die Inflation? Können sie es überhaupt noch? Oder riskieren sie den eigenen Ruin? Entlastungen für die Wirtschaft hat die Bundesregierung noch immer nicht auf den Weg gebracht. Die Untätigkeit der Ampel wird für alle zum Betriebsrisiko.“

Über den Autor

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published.