Mitten im Sommer: Die Neunte von Beethoven

Die Neunte von Beethoven. Weltweit steht das Werk vielerorts für den Jahreswechsel. Nachdem dies in Schwerin zuletzt coronabedingt nicht möglich war, steht das Werk nun auf dem Spielplan der Schlossfestspiele. Am kommenden Donnerstag (07.07.22) erklingt es unter freiem Himmel auf der Schwimmenden Wiese.

Das Motiv der diesjährigen Schlossfestspiele. | Quelle: Mecklenburgisches Staatstheater

Wohl die wenigsten werden dem Satz wiedersprechen: „Die Zeit scheint immer schneller zu rennen.“ War doch gefühlt gerade erst Ostern, da ist es schon kein halbes Jahr mehr bis zum Weihnachtsfest. Fing eben erst der schwere Montag an, ist schon wieder der Wochenendeinkauf angesagt. Und ein Blick auf den Spielplan des Mecklenburgischen Staatstheaters dürfte manch einen sogar aufschrecken lassen: Da steht nämlich für diese Woche die 9. Sinfonie von Beethoven auf dem Programm.

 

Beethovens 9. in dieser Woche! Ist schon Silvester?

Aber ist denn tatsächlich schon wieder Silvester? Nein, natürlich nicht ganz. Bis dahin ist noch etwas Zeit. Ganz so schnell ist die Zeit dann doch nicht gerast. Vielmehr spielt die Mecklenburgische Staatskapelle Schwerin erstmals ihr traditionelles Silvesterkonzert mitten im Sommer. Unter der Musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Mark Rohde erklingt die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven im Rahmen der Schlossfestspiele am kommenden Donnerstag (7. Juli) unter freiem Himmel auf der Schwimmenden Wiese. Karten sind noch zu haben -für nummerierte Sitzplätze sowie Tickets mit freier Platzwahl im Picknickbereich.

 

Erstmals in Schwerin: Silvesterkonzert im Sommer unter freiem Himmel

Beethovens vielleicht bekanntestes Werk feiert, wie Schillers Gedicht „An die Freude“, das er im vierten Satz für vier Gesangssolisten und großen Chor vertonte – das Ideal einer gleichberechtigten Gesellschaft in Freude und Freundschaft, und zwar in Form schlicht atemberaubender Musik. Kein Wunder also, dass an unzähligen Orten dieser Welt die Neunte zur traditionellen Festmusik zum Jahreswechsel geworden ist. So auch in Schwerin. Doch musste diese Tradition vergangenen Winter eine coronabedingte Zwangspause einlegen.

 

„Beethovens Neute wird zu einem besonders beeindruckenden Musikerlebnis“

Umso schöner, dass sich Mark Rohde entschieden hat, das symbolträchtige Meisterwerk kurzerhand im Rahmen der diesjährigen Schlossfestspiele Schwerin aufzuführen. Mitten im Sommer stimmen unter freiem Himmel der Opernchor des Mecklenburgischen Staatstheaters, die Schweriner Singakademie e. V. sowie die Solisten des Musiktheaterensembles Cornelia Zink, Itziar Lesaka, Markus Sung-Keun Park und Brian Davis gemeinsam an: „Freude schöner Götterfunken“. „Beethovens Neunte wird auch Dank des ungewöhnlichen Konzertortes auf der Schwimmenden Wiese zu einem besonders beeindruckenden und festlichen Musikerlebnis werden“, sagt Mark Rohde.

 

Werk hatte vielfach Einfluss auf die Musikwelt

Die Resonanz auf Beethovens letzte Sinfonie von 1824 war in der professionellen Kritik seinerzeit gespalten. Doch kündigte die jubelnde, intuitiv empfundene Begeisterung des Publikums bei der Uraufführung in Wien den ungeheuren Siegeszug dieses Werkes durch die weitere Musik- und Kulturgeschichte bereits an. Das Werk wurde prägend für das Schaffen nachfolgender Sinfoniker wie Bruckner, Mahler oder Brahms und die Melodie des Finalsatzes, der so genannten „Ode an die Freude“, erklingt seit 1985 als offizielle Hymne der Europäischen Gemeinschaft beziehungsweise der Europäischen Union. Angeblich ist sogar die Größe einer Audio-CD bestimmt von Beethovens Neunter: Das neue, in den 1970ern entwickelte Medium sollte eine (langsame) Einspielung komplett abspeichern können.

 

Der Einlass auf das Gelände der Schwimmenden Wiese beginnt eine Stunde vor dem Konzert.

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