Neue Ausstellung im Kelter-Kabinett des Staatlichen Museums Schwerin

Symphonie für nur ein Wort … Chopin, Dreyfus, Dupuy, Favier: französische Künstler der Sammlung Kelter Teil 1    22. Juni bis 19. September 2018 Teil 2    5. Oktober bis 6. Januar 2019

Symbolbild

 

Nach Ben Vautier im Jahr 2011 und Robert Filliou 2012/2013 stellt das Staatliche Museum Schwerin erneut vier französische Künstler der Moderne vor: Henri Chopin, Charles Dreyfus, Jean Dupuy und Philippe Favier. Ihre Werke stammen aus der Kölner Privatsammlung von Dr. Jürgen und Christina Kelter. Die zweiteilige Ausstellung Symphonie für nur ein Wort … zeigt 40 Werke der vier Künstler, darunter Kunstbücher, Holografien, Objekte, Skulpturen, Typewritings, Zeichnungen und Gemälde.

 

Jean Dupuy (*1925) und Charles Dreyfus (*1947) zählen zu den einflussreichen Vertretern der französischen Fluxus-Szene. In den 1960er und 1970er Jahren standen sie in regem Austausch mit der internationalen Avantgardebewegung in New York., u.a. mit dem Begründer der Fluxus-Bewegung George Maciunas. 1973 entstand Dupuys erstes Wortspiel „American Venus Unique Red / Univers ardu en mécanique“, das Ausgangspunkt zahlreicher Anagramme war. Viele von ihnen nehmen humorvoll Bezug auf Marcel Duchamp. Dreyfus wirkte auch als Kunsthistoriker, er schrieb u. a. über die Fluxus-Künstler George Maciunas, Nam June Paik und Yoko Ono.
Henri Chopin (*1922 in Paris) wurde 1943 durch die Nazis in das Arbeitslager Olmütz deportiert. Er überlebte die Todesmärsche. Seine Arbeiten sind durch diese traumatischen Erfahrungen geprägt. In den 1950er Jahren begann er, mit einem Tonbandgerät zu arbeiten.  Experimente mit akustischen Phänomenen machten ihn zu einem Pionier der so genannten „Sound-Poetry“ („Klangpoesie“). In der 1990er Jahren nutzte er die Vibration der menschlichen Stimme, die er als „planetarisch“ interpretierte.

 

Philippe Favier (*1957 in Saint-Étienne) zählt zu den jüngeren französischen Künstlern der Kelter-Sammlung. Seine Arbeiten der letzten Jahre stehen in Bezug zur mittelalterlichen Buchmalerei. Alte Drucke, topographische Karten und Gesangbücher hat er mit winzigen Skeletten und fantastischen Figuren versehen. Faviers überbordende Phantasie offenbart sich in vielfältigen Medien, Techniken und Materialien wie Glasmalerei, Collagen, Kugelschreiberskizzen, Installationen sowie Kostümen und Bühnenbildern. Er gestaltete u.a. das Geschirr für den Elysée Palast des französischen Präsidenten.
Ein zweisprachiger Katalog (Deutsch/Französisch) begleitet die Ausstellung.

 

 

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