„Nicht den maximalen Holzertrag anstreben“

Die Fraktion der Unabhängigen Bürger fordert mit einem Antrag zur nächsten Sitzung der Stadtvertretung am kommenden Montag ein klares Bekenntnis zum Umdenken bei der Bewirtschaftung städtischer Waldflächen. Der maximale Holzertrag könne nicht der Maßstab des Handelns sein.

Silvio Horn (li) und Manfred Strauß im Rahmen einer Wald-Exkursion. | Foto: UB

Mit einem Antrag zur kommenden Sitzung der Stadtvertretung der Landeshauptstadt thematisiert die Fraktion Unabhängige Bürger (UB) die Nutzung der kommunalen Waldflächen. Bis Jahresende soll, so sieht es zumindest ein Antrag der Fraktion vor, Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) der Stadtvertretung konkrete Vorschläge zur naturnäheren Bewirtschaftung in Teilen des städtischen Waldgebietes vorlegen.

 

„Dieses Thema müssen wir auch für Schwerin anpacken“

„Im aktuellen Regional-Report Mecklenburg-Vorpommern der gemeinnützigen Naturwald Akademie wird ein erheblicher Handlungsbedarf zur Steigerung der Naturnähe von Landesforstflächen in Mecklenburg-Vorpommern beschrieben. Danach verfügt Mecklenburg-Vorpommern auf 90 Prozent der Waldfläche über Waldtypen, die in einem naturschutzfachlich schlechten bis sehr schlechten Zustand sind. Das ist ein alarmierender Befund. Deshalb gibt es die klare Empfehlung für ökosystemorientierte Waldwirtschaft und Waldumbau. Dieses Thema müssen wir auch für Schwerin anpacken“, so der Umweltausschuss-Vorsitzende Manfred Strauß (UB). Im Sinne des Arten- und Biotopschutz drängt die Fraktion auf einen Nutzungsverzicht auf Teilflächen in Schwerin. Auch den Schutz des Waldbodens bei der Bewirtschaftung solle man besser berücksichtigen – etwa durch Einhaltung breiter Rückegassen und den Einsatz sanfter Betriebstechniken.

 

„FSC-Zertifizierung prüfen“

Als besonders vordringlich bezeichnet UB-Fraktionsvorsitzender Silvio Horn dabei die empfohlenen Maßnahmen in Natura-2000-Gebieten. Dort gelte es, auch eine FSC-Zertifizierung des Waldes zu prüfen. Dieses Zertifikat werde einer umfassenden Definition von sozialer, ökonomischer und insbesondere ökologischer Nachhaltigkeit gerecht. „Zusammenfassend lässt sich sagen: Wald hat eine generell hohe Bedeutung für den Klimaschutz. Naturnahe Waldbewirtschaftung sollte sich mehr an den natürlichen Prozessen der Natur am jeweiligen Standort orientieren und nicht am Profit. Deshalb sollten wir Schweriner Waldflächen behutsamer bewirtschaften und nicht den maximalen Holzertrag anstreben“, so Horn abschließend.

 

Exkursion gab Anstoß für den Antrag

Anstoß dieses Antrages der UB-Fraktion war eine im März 2022 vom Forstamt Schwerin und dem BUND organisierte Exkursion durch den Schelfwerder Forst, an der neben den UB-Stadtvertretern Silvio Horn und Manfred Strauß rund 50 interessierte Schwerinerinnen und Schweriner teilnahmen. Vor Ort wurde dabei erläutert und diskutiert, wie nachhaltige Forstwirtschaft und Naturschutz im Einklang gebracht werden können.

Über den Autor

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published.