Ortsbeirat fordert Entwicklungen am Platz der OdF

Länger und noch informativer als erwartet verlief die letzte Sitzung des größten Schweriner Ortsbeirates „Altstadt, Feldstadt, Paulsstadt, Lewenberg“ vor Ort im Stadtteil Paulsstadt. Getroffen hatten sich die Mitglieder und interessierte Gäste direkt am Spielplatz am Platz der OdF, um dort engagiert über wiederholt bekannt gewordene Fragen und  Probleme der Anwohner zu diskutieren. Anwesend waren auch Verwaltung und Städtische Dienstleistungen Schwerin (SDS). Die Denkmalschutzbehörde konnte aus terminlichen Gründen nicht anwesend sein. Mit deren Vertreterin soll aber zeitnah ebenfalls gesprochen werden.

 

„Dieser Platz bietet sich eigentlich doch förmlich an als generationsübergreifender Treffpunkt der Anwohner“, so Ortsbeiratsmitglied Thomas Hartmann. Die Realität aber stellt sich leider ganz anders dar: Die eindeutig ausgeschilderte Spielwiese wird von zahlreichen Hundehaltern als illegale Freilauffläche für die Hunde genutzt – die nebenbei auch gleich ihr Geschäft dort erledigen. In den Abend- und Nachtstunden fehlt zudem jede Beleuchtung der öffentlichen Wege, so dass sich Passanten verständlicherweise unsicher fühlen.

 

Denkmalschutzforderungen versus Stadtteilnutzung

 

Bereits mehrfach hatte der Ortsbeirat in den vergangenen Jahren versucht an dieser Situation etwas zu ändern. Immer wieder scheiterten die Überlegungen an den sehr strikten Vorgaben des Denkmalschutzes. Dass gerade aus dieser Richtung im Vorfeld der Sitzung Signale kamen, eine pollerhohe Wegbeleuchtung wäre denkbar, war für die Ortsbeiratsmitglieder ein Hoffnungsschimmer. Allerdings wurde im Gespräch schnell deutlich, dass gerade diese Variante extrem vandalismusanfällig und somit zu kostenintensiv und somit nicht realistisch sei. Weniger erkennbare positive Entwicklungen habe es, so berichtet der Vorsitzende Stephan Haring, auf Seiten der Denkmalschutzbehörde in Bezug auf eine schrittweise Erweiterung Geräte gegeben. „Hier klang die Reaktion wenig hoffnungsvoll – ganz vorsichtig ausgedrückt.“ Genau dies sei aber aus Sicht des Ortsbeirates von großer Bedeutung, um diesem Platz neben seiner geschichtlichen auch eine aktuelle Bedeutung zu geben.

„Wir wollen, dass hier mittelfristig wieder ein Kommunikationspunkt für alle Generationen entsteht. Dafür ist aber etwas mehr als eine kleine Ecke mit Gerät und Kies erforderlich. Sowohl das eine oder andere Gerät für Kleinkinder als auch Betätigungsmöglichkeiten für Jugendliche und auch Senioren sowie Personen mit Mobilitätsbeeinträchtigungen würden wir uns hier neben beleuchteten Wegen und einer deutlich stärkeren Präsenz des Ordnungsdienstes zur Kontrolle der Hundehalter wünschen“, fasst Stephan Haring zusammen, als sich die große Runde im Anschluss im Restaurant „Am Feldtorhaus“ zur weiteren Sitzung zusammenfindet.

 

Ortsbeirat fordert Kooperationsbereitschaft

 

„Selbstverständlich soll und muss dies sensibel geschehen, denn es ist und bleibt ein historischer Ort. Unsere gemeinsame Aufgabe  – und da beziehe ich die gesamte Verwaltung, einschließlich der Denkmalschutzbehörde, die Stadtvertretung, die Fraktionen und auch unseren Ortsbeirat sowie vor allem auch alle Anwohnerinnen und Anwohner mit ein – muss es sein, an diesem Standort eine Fläche zu Schaffen die das Zusammentreffen der Generationen im Hier und heute ebenso ermöglicht wie das Gedenken an die Geschichte dieses Platzes. Es ist niemandem geholfen, wenn starre denkmalschützerische oder andere Vorgaben – so formal richtig sie auch sein mögen – jede sinnvolle und sensible Entwicklung dieses Platzes im Sinne der heute hier lebenden Menschen verhindern. Regeln sind vom Menschen für Menschen gemacht und haben immer Möglichkeiten einer entsprechenden Auslegung“, so der Ortsbeiratsvorsitzende.

„Daher sollten standortgeeignete, höhere und somit nicht so vandalismusgefährdete Beleuchtungen in einem ersten Schritt an den Wegen entstehen. Und dann lasst uns gemeinsam Entwicklungsmöglichkeiten für diese freie Fläche diskutieren, die allen Interessen und Belangen gerecht werden.“ Ein deutliches Angebot des Ortsbeirates an alle direkt und indirekt Beteiligten, nach gemeinsamen Lösungen für diesen grünen Platz mitten im „Kiez“ zu suchen.

Dieses Mal, das wurde an diesem Abend aber auch deutlich, wird der Ortsbeirat nicht locker lassen. Schon auf der nächsten Sitzung soll ein entsprechend umfangreicher Antrag verabschiedet und in der Folge auf den politischen Entscheidungsweg gebracht werden. 

Henning Kobs

Journalist. Wohnt in Braunschweig. Schreibt seit der Gründung im Jahr 2013 als freier Mitarbeiter gelegentlich für unsere digitale Tageszeitung. Er arbeitet vor allem im Back-Office der Redaktion.

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