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Neue Missbrauchsvorwürfe: „Power for Kids”- Chef muss wieder vor Gericht

Am 9. Jan­u­ar ste­ht Peter B. nun erneut vor Gericht. Schon vor zwei Jahren wurde der ehe­ma­lige Mitar­beit­er des Jugendtr­e­ffs „Pow­er for Kids” zu sech­sein­halb Jahren Haft wegen Verge­wal­ti­gung und sex­uellen

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  • Veröffentlicht Januar 4, 2018
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Am 9. Jan­u­ar ste­ht Peter B. nun erneut vor Gericht. Schon vor zwei Jahren wurde der ehe­ma­lige Mitar­beit­er des Jugendtr­e­ffs „Pow­er for Kids” zu sech­sein­halb Jahren Haft wegen Verge­wal­ti­gung und sex­uellen Miss­brauchs von Kindern in dem Vere­in verurteilt. Er hat­te damals zugegeben in 60 Fällen Jun­gen sex­uell miss­braucht zu haben. B. war im Vere­in als Tanz­grup­pen­leit­er tätig gewe­sen. 

Peter B. hat­te in einem sozialen Bren­npunkt der Lan­deshaupt­stadt einen Jugend­klub gegrün­det und wurde auch Vor­sitzen­der des Vere­ins, der den Jugend­club betrieb. Öffentlichkeitswirk­sam set­zte sich B. immer wieder als sozial-engagiert­er Men­sch in Szene und erhielt dafür Anerken­nung. Eltern, aber auch Stadt- und Lan­despoli­tik­er priesen über Jahre hin­weg die Ini­tia­tive als eine Erfol­gs­geschichte der Kinder- und Jugen­dar­beit in sozialen Bren­npunk­ten. Keine ahnte damals, was der Klubchef hin­ter der aufge­baut­en Fas­sade wirk­lich betrieb. 

 

Schwerer sexueller Missbrauch, Verbreitung pornografischer Schriften und Nötigung

 

Die Fälle, die nun am kom­menden Dien­stag vor dem Landgericht Schw­erin ver­han­delt wer­den sollen, umfassen die Jahre zwis­chen 2010 und 2015. Sie waren erst während oder nach dem ersten Prozess bekan­nt gewor­den. Ins­ge­samt 31 Straftat­en an ins­ge­samt fünf Kindern wirft die Staat­san­waltschaft dem 43-jähri­gen Mann vor. Es geht  unter anderem um schw­eren sex­uellen Miss­brauch, Ver­bre­itung pornografis­ch­er Schriften und Nöti­gung.

 

Missbrauchsfälle erschütterten damals Schwerin 

 

Die Miss­brauchs­fälle bei „Pow­er for Kids” erschüt­terten vor gut zwei Jahren nicht nur die Stadt, son­dern auch die dama­lige Ober­bürg­er­meis­terin Ange­li­ka Gramkow (LINKE) und das Schw­er­iner Jugen­damt geri­eten damals mas­siv unter Druck. Ein Unter­suchungsauss­chuss der Schw­er­iner Stadtvertre­tung wies der Jugen­damt­slei­t­erin, der Ober­bürg­er­meis­terin und dem dama­li­gen Vor­sitzen­den des Jugend­hil­feauss­chuss­es Peter Brill eine Mitver­ant­wor­tung dafür zu, dass die Über­griffe lange ver­bor­gen geblieben waren. Schon Anfang 2015 hat­ten sich Jun­gen einem Schul­sozialar­beit­er anver­traut, der darauf hin Kon­takt zum Jugen­damt auf­nahm. Die Behörde schal­tete aber damals nicht die Polizei ein. Öffentlich wur­den die Fälle erst, als sich Betrof­fene im August an ihre Eltern wandten. Zu diesem Zeit­punkt waren bere­its acht Monate seit Ein­schal­tung des Jugen­damtes ver­gan­gen. Die Amt­slei­t­erin des Jugen­damtes erhielt eine Abmah­nung und wurde inner­halb der Ver­wal­tung ver­set­zt. Peter Brill trat kurz nach der Ober­bürg­er­meis­ter­wahl 2016, in der Ange­li­ka Gramkow abgewählt und Rico Baden­schi­er (SPD) zum neuen Ober­bürg­er­meis­ter gewählt wurde, von seinem Amt als Vor­sitzen­der des Jugend­hil­feauss­chuss­es zurück. Im Juni 2016 wurde der pri­vate Jugendtr­e­ff dann dicht gemacht.