Schwerin: Architektenkammer fordert mehr Studienplätze

Der Koalitionsvertrag zwischen SPD und DIE LINKE stößt an verschiedenen Ecken nicht nur auf Gegenliebe. Auch die Architektenkammer Mecklenburg-Vorpommern ging nun mit Kritik an dem Papier an die Öffentlichkeit.

Das Land müsse den Fokus mehr auf Sanierung und Entwicklung bestehender Gebäude legen, so die Architektenkammer MV. | Foto: privat

Seit der vergangenen Woche hat unser Bundesland eine neue Landesregierung. Zwar fehlten Manuela Schwesig bei der Wiederwahl zur Ministerpräsidentin im Landtag in Schwerin zwei Stimmen aus den eigenen Koalitionsreihen. Dennoch stand eine Mehrheit, so dass die Wahl gleich im ersten Wahlgang glückte. Im Anschluss präsentierte sie das neue Kabinett. Damit stand die aus SPD und DIE LINKE zusammengesetzte neue Regierung, die sich im Vorfeld in durchaus still stattgefundenen Verhandlungen einen umfangreichen Koalitionsvertrag gegeben hatte.

 

Fokus mehr auf bestehende Gebäude richten

Diesen hat sich inzwischen auch die Architektenkammer des Landes intensiv angesehen und dabei festgestellt, dass darin eindeutige Impulse für Stadtentwicklung und Bauen in MV fehlen, wie verschiedene Medien, darunter DIE ZEIT, gestern online veröffentlichten. So verweise der Koalitionsvertrag nur auf vorhandene Programme des Bundes. Die Architektenkammer wünscht sich aber eine stärkere Fokussierung auf bestehende Gebäude und deren Neugestaltung. „Die Sanierung und intelligente Weiterentwicklung der Bestände an Gebäuden ist sowohl aus Sicht der Nachhaltigkeit als auch des Klimaschutzes erste Pflicht in unserem Bundesland“, zitiert DIE ZEIT den Präsidenten der Architektenkammer MV, Christoph Meyn. Hierbei richtet die Kammer durchaus auch den Blick auf das Thema des dringend erforderlichen sozialen Wohnungsbaus. Dessen bisherige Förderungs-Ausrichtung auf Neubauten würde die Gefahr einer Aufteilung unterschiedlicher sozialer Schichten auf bestimmte Wohngegenden eher verstärken, als dieser entgegenwirken.

 

Deutlich mehr Studienplatz-Interessenten als -Plätze

Neben diesen Themenbereichen sieht Christoph Meyn laut DIE ZEIT auch den dringenden Bedarf zusätzlicher Förderprogramme für Kommunen, und zeigte sich erstaunt, dass „Baukultur als identitätsstiftende Gemeinschaftsaufgabe“ für das Land erstmals in einer Koalitionsvereinbarung überhaupt nicht erwähnt sei. Auch legt die Kammer den Finger in die Wunde des Personalengpasses und fordert hier intensiveres Engagement auch an den Hochschulen in MV. So stünden durchaus mehr Bewerberinnen und Bewerber beispielsweise für Architektur-Studienplätze einem viel zu geringen Angebot gegenüber. „Selbst in der staatlichen Hochbauverwaltung fehlen in Größenordnungen Architekten, die die Projektsteuerung für öffentliche Baumaßnahmen übernehmen können, obwohl dort deutlich bessere Gehälter gezahlt werden als in der freien Wirtschaft“, zitiert DIE ZEIT Christoph Meyn. 

 

 

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