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Schwerin führend in Wärmewende: Innovatives Forschungsprojekt gestartet

Unter dem Kürzel „DeCarbSN“ startete gestern ein wegweisendes Vorhaben, das die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in Norddeutschland vorantreiben soll. Federführend von der Georg-August-Universität Göttingen geleitet, arbeitet das Projekt in Kooperation mit

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  • Veröffentlicht November 17, 2023

Unter dem Kürzel „DeCarbSN“ startete gestern ein wegweisendes Vorhaben, das die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in Norddeutschland vorantreiben soll. Federführend von der Georg-August-Universität Göttingen geleitet, arbeitet das Projekt in Kooperation mit den Stadtwerken Schwerin, Geothermie Neubrandenburg und dem Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik. Die Finanzierung erfolgt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

 

Foto: Stadtwerke Schwerin GmbH
Foto: Stadtwerke Schwerin GmbH

 

Über einen Zeitraum von vier Jahren sollen im Rahmen des Projekts die geologischen Strukturen unter dem Stadtgebiet Schwerins mittels 3D-Seismik umfassend erfasst werden. Ein zentraler Fokus liegt auf der wissenschaftlichen Begleitung zur optimierten Erschließung und Bewirtschaftung weiterer Geothermie-Standorte. Die gewonnenen Erkenntnisse in Schwerin sollen als Grundlage dienen, um die Fernwärmeversorgung im gesamten norddeutschen Raum durch den Ausbau der mitteltiefen Geothermie zu dekarbonisieren.

 

Geothermie als Schlüssel zur CO2-Reduzierung

Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär im BMWK, unterstreicht die Bedeutung der Projektförderung: „Die Stadtwerke Schwerin haben mit ihrer innovativen Geothermieanlage einen bedeutenden Impuls für die Nutzung geothermischer Wärme im Norden gesetzt. Da der Wärmesektor maßgeblich zu den energiebedingten CO2-Emissionen beiträgt, ist die Dekarbonisierung entscheidend für den Klimaschutz. Die bisherigen Erfahrungen in Schwerin zeigen einen vielversprechenden Weg auf. Die weitere Erforschung der geologischen Gegebenheiten und des Ausbaupotenzials der Geothermie ist von großer Bedeutung, um dieses Modell auf das Norddeutsche Becken zu übertragen und die Wärmewende voranzutreiben.“

Die Leitung des Projekts liegt bei Dr. Matthias Franz von der Georg-August-Universität Göttingen. Er betont: „Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens werden wir erstmals ein digitales 3D-Reservoirmodell eines Sandsteinaquifers entwickeln. Dies ermöglicht uns ein tieferes Verständnis für diese Art von Reservoir. Die Erkenntnisse aus Schwerin bilden eine wesentliche Grundlage für die nachhaltige Erschließungs- und Bewirtschaftungsstrategie der mitteltiefen Geothermie in Norddeutschland.“

Eine umfassende Erkundung der geologischen Voraussetzungen unter der Landeshauptstadt Schwerin bildet die Basis für die Modellierung des geothermischen Ausbaus. Dr. Josef Wolf, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwerin, gibt Einblicke in den nächsten Projektschritt: „Voraussichtlich ab Frühjahr 2024 werden wir im Stadtgebiet eine 3D-Seismik durchführen lassen. Die gewonnenen Daten ermöglichen es uns, hochproduktive Reservoirkörper im Untergrund zu lokalisieren und die besten Standorte für zukünftige Geothermie-Anlagen zu identifizieren. Hierbei schließt auch die Entwicklung eines nachhaltigen Bewirtschaftungskonzepts für unsere Sole, unseren Bodenschatz, mit ein.“

 

Erfahrungen für nachhaltige Geothermienutzung

Die Geothermie Neubrandenburg GmbH (GTN), mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in weltweiten Geothermieprojekten, ist ebenfalls Teil des Projektteams. Marco Wunsch, Leiter des Projekts bei GTN, erklärt: „Das im Forschungsverlauf zu entwickelnde 3D-Reservoirmodell wird Einblicke in den Aufbau der Reservoirs bieten. Dies ermöglicht die optimale Platzierung weiterer Bohrungen für ein nachhaltiges Reservoirmanagement. Zudem werden wir die Leistungsfähigkeit hydrothermaler Geothermieanlagen im Norddeutschen Becken ausloten.“

Die Fortschritte des Projekts versprechen eine wegweisende Entwicklung im Bereich der Geothermie und tragen maßgeblich zur Zielerreichung einer nachhaltigen Wärmeversorgung in Norddeutschland bei.

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Redaktion

der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal. Kontakt: redaktion@schwerin-lokal.de

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