Schwerin: SSC Saisongewinner und doch kein Meister

Der SSC PALMBERG Schwerin beendet die Saison auf Platz 1. Aber Meister ist das Team nicht. Die Deutsche Volleyball Liga hat die Saison gestern abgebrochen.

Hoffen wir, dass der SSC Palmberg Schwerin am Samstag Abend allen Grund zum Jubel hat. Nur wird dies ohne Zuschauer geschehen. | Foto: Eckhard Mai

Auch die Sportwelt ist vom Corona-Virus längst heimgesucht. Die Deutsche Eishockey Liga hat dabei ihren Saisonbetrieb ohne die Ermittlung eines Deutschen Meisters beendet. Nationale und international finden Fußballspiele vor leeren Zuschauerrängen statt. Die UEFA berät über eine Verschiebung der Fußball-Europameisterschaft. Auch der DFB denkt über einen frühzeitigen Abbruch der laufenden Saison nach. Und auch am Volleyball geht die aktuelle Situation natürlich nicht vorbei.


Ein Tag voller Entwicklungen

Noch am gestrigen Nachmittag schien klar, dass das morgige Spitzenspiel zwischen Tabellenführer SSC Palmberg Schwerin und den Verfolgerinnen aus Stuttgart als Geisterspiel ausgetragen würde. „Wir bedauern die Entscheidung, aber wir sehen uns auch in der Verantwortung, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen und somit Mannschaft, Staff sowie Mitarbeiter, ehrenamtliche Helfer und unsere Fans zu schützen“, so Geschäftsführer Michael Evers gestern Nachmittag in einer schriftlich verbreiteten Erklärung. „Uns ist bewusst, dass sich Fans beider Mannschaften sehr auf diese Partie freuen und auch geplante Spieltagsaktionen nicht durchgeführt werden können. Dennoch haben wir diese Entscheidung bezüglich unserer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst getroffen.“ Das klingt verantwortungsvoll, aber ganz der Realität entsprach es nicht. Denn als der SSC diese Information veröffentlichte, war bereits klar, dass das Gesundheitsministerium ohnehin alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern untersagt hatte. Die Wahl stand also nur zwischen Absage oder eben Geisterspiel. 

Die Saison ist vorbei

Am Abend dann aber kam es nochmals anders. Der Vorstand der Volleyball-Bundesliga traf die Entscheidung, die Spielzeit der 1. Bundesliga der Frauen und Männer mit sofortiger Wirkung abzubrechen. Ehe nun die Fans aus Schwerin aufgrund der aktuellen Tabellensituation in Jubel ausbrechen: Es gibt keinen Deutschen Meister in dieser Saison. Damit ist der SSC Palmberg Schwerin zwar irgendwie Saisongewinner mit dem aktuellen Platz 1. Aber letztlich ist das Team um Felix Koslowski doch nicht Deutscher Meister.  Einzig für die potenziellen Absteiger wird die Situation wohl etwas Freude hervorrufen. Denn Regelabsteiger gibt es nun auch nicht. Somit ist die Volleyball-Saison 2019/20 seit gestern Abend Geschichte. Dass sie in selbige eingehen wird, ist vermutlich unbestritten. Offen ist derzeit noch, wie man die Thematik der Vergabe der Startplätze im Europapokal verfahren will. 


Ticketrückgabe möglich, aber…

Der Verein bot bereits mit Blick auf das Geisterspiel allen Käufern von Einzelkarten die Möglichkeit, „den offiziellen Ticketpreis auf eigenen Wunsch und gemäß den gesetzlichen Vorschriften zu erstatten.“ Was das ganz konkret bedeutet, steht in der Erklärung des Vereins nicht. Dafür aber engt man den Weg zur möglichen Erstattung deutlich ein. Denn nur per E-Mail sollen sich die Karteninhaber bei Rückgabewünschen an den Verein wenden können. Die Mailadresse lautet ticketing@schweriner-sc.de. Dauerkarteninhaber sollen separate Informationen erhalten. 

„In diesem Zusammenhang bitten wir alle Ticketkäufer zu überlegen, ob auf die Rückerstattung des Ticketpreises verzichtet werden kann. Somit wird die Mannschaft unterstützt, da aufgrund der Durchführung des Spiels unter Ausschluss der Öffentlichkeit wichtige Einnahmequellen wegfallen“, so ein Appell des Vereins an die Fans.

 

 

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Zudem entwickelte, organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK ein Fashionevent in Schwerin. Heute arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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