Schwerin: IG BAU warnt vor Personalnot in Blumengeschäften und Gartencentern

Die Gewerkschaft IG Bau warnt angesichts der niedrigen Löhne vor Personalnot in Blumengeschäften und Gartencentern.

Foto: Hands off my tags! Michael Gaida from Pixabay

Mit Blumen machen sie anderen eine Freude – aber ihre eigene Bezahlung ist ein Ärgernis: Die rund 50 Menschen, die in Schwerin in Blumengeschäften und Gartencentern arbeiten, verdienen nach Beobachtung der IG BAU oft kaum mehr als zehn Euro pro Stunde.

Floristinen könnten die Branche verlassen

Auf der Suche nach höheren Löhnen könnten viele von ihnen bald die Branche verlassen, warnt die Floristen-Gewerkschaft. „Während ihre Kolleginnen in Westdeutschland bereits jetzt auf einen Stundenlohn von 13 Euro kommen, liegen die Floristinnen im Osten beim Einkommen weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn von zwölf Euro, der ab Oktober bundesweit gilt. Da braucht es keinen zu wundern, wenn sich die Beschäftigten beruflich umorientieren und das Blumengeschäft gegen den Supermarkt tauschen“, sagt Jörg Reppin, Bezirksvorsitzender der IG BAU Mecklenburg.

Der Gewerkschafter wirft den ostdeutschen Floristik-Arbeitgebern vor, die Zukunft der Branche aufs Spiel zu setzen. Für die alten Bundesländer habe sich der Fachverband Deutscher Floristen (FDF) mit der IG BAU auf Lohnerhöhungen von bis zu 24 Prozent geeinigt – „aber im Osten blockieren die Firmen ein angemessenes Plus“, so Reppin. „Wenn die Arbeitgeber die Beschäftigten ausgerechnet in Zeiten hoher Inflation weiter mit Mini-Löhnen abspeisen, droht eine Abstimmung mit den Füßen. Dringend gesuchtes Personal, das Sträuße und Kränze bindet, Gestecke und Blumenschalen macht, wird dann noch schwerer zu finden sein.“

Einstiegsgehalt deutlich über 13 Euro die Stunde

Die IG BAU fordert eine Angleichung der Ost- an die Westeinkommen. Das Einstiegsgehalt für Fachkräfte solle bundesweit deutlich über 13 Euro pro Stunde liegen – und damit oberhalb des künftigen gesetzlichen Mindestlohns von zwölf Euro. Für Ostdeutschland hatte der FDF zuletzt lediglich einen Stundenlohn von 12,10 Euro angeboten. „Die Arbeitgeber sollten ihre Haltung überdenken, wenn es demnächst noch Menschen geben soll, die sich in Schwerin für den – an sich schönen – Beruf mit Blumen und Pflanzen entscheiden“, so Reppin.

Über den Autor

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published.