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Schwerin lässt sich pro Jahr 1.235 Tonnen Schokolade schmecken

  • Veröffentlicht April 3, 2023

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert ein Lohn-Plus für die Beschäftigten in der Süßwarenindustrie. Denn obwohl der Schoko-Hunger der Deutschen ungebrochen ist, sieht es für viele Arbeitnehmer in der Branche in Sachen Bezahlung düster aus.

Tarifverhandlungen mit „Genuss-Giganten“ im April geplant | Foto: NGG

 

Zu Ostern steigt der Hunger nach Schokolade enorm an, wie auch in Schwerin, wo die Menschen im vergangenen Jahr rein statistisch 1.235 Tonnen Schokolade gegessen haben. Der sogenannte „Schoko-Hunger“ lässt sich auf 12,9 Kilogramm pro Kopf pro Jahr beziffern – vom jungen bis zum alten Menschen. Das entspricht rund zweieinhalb Tafeln Schokolade pro Woche, einschließlich Pralinen, Osterhasen oder Weihnachtsmännern aus Schokolade. Jörg Dahms von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten stellt jedoch fest, dass der Schoko-Hase bei der Produktion in Schokoladenfabriken den Weihnachtsmann längst überholt hat.

 

NGG fordert höhere Löhne in der Süßwarenindustrie aufgrund hoher Inflation

Die Gewerkschaft sorgt in der Süßwarenindustrie dafür, dass die Arbeitsbedingungen stimmen, insbesondere in Bezug auf den Lohn. In Anbetracht der hohen Inflation fordert die Gewerkschaft jetzt ein Lohn-Plus für die Beschäftigten in der Süßwarenindustrie. Wer in der Produktion oder im Lager arbeitet, soll 500 Euro mehr pro Monat bekommen, und für diejenigen, die bereits auf höheren Ebenen der Lohnleiter stehen, sollen 400 Euro mehr im Monat dazukommen. Die Gewerkschaft fordert ein Lohn-Plus mit „sozialem Augenmaß“. Auch Azubis in der Süßwarenindustrie sollen profitieren und 200 Euro mehr Ausbildungsvergütung pro Monat sowie eine Fahrtkostenpauschale von 50 Euro erhalten.

 

Tarifverhandlungen mit „Genuss-Giganten“ im April geplant

Es geht jedoch nicht nur um die Beschäftigten in der Schokoladenherstellung, sondern auch um andere Produkte der Süßwarenindustrie wie Marzipan, Eis, Weingummis, Salzstangen und Chips. Dahinter steckt eine starke Branche mit großen Namen wie Ferrero, Storck, Lindt, Haribo oder Bahlsen. Die Gewerkschaft NGG wird Mitte April zum ersten Mal seit langem wieder mit allen „Genuss-Giganten“ am Tariftisch sitzen und bundesweit über die Löhne in der Süßwarenindustrie verhandeln. Vorher räumt Dahms jedoch mit einem Gerücht auf: Weihnachtsmänner, die nicht verkauft wurden, werden nicht zu Osterhasen eingeschmolzen. Saisonartikel werden immer aus frisch hergestellter Schokoladenmasse produziert.

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Redaktion

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