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Schwerin: Heute Gedenkveranstaltung auf dem Marktplatz

Mit dem Hitler-Stalin-Pakt 1939 wähnte sich die damalige Sowjetunion in einer scheinbaren Sicherheit. Wie Historiker Joachim Käppner im WDR erklärte, hielt Stalin einen Bruch des Vertrages für gänzlich ausgeschlossen. Er

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  • Veröffentlicht Juni 22, 2021
Auf dem Marktplatz in Schwerin findet eine Gedenkveranstaltung statt. | Foto: Christoph Müller

Mit dem Hitler-Stalin-Pakt 1939 wähnte sich die damalige Sowjetunion in einer scheinbaren Sicherheit. Wie Historiker Joachim Käppner im WDR erklärte, hielt Stalin einen Bruch des Vertrages für gänzlich ausgeschlossen. Er sah vor allem – aus deutscher Perspektive betrachtet – keinerlei strategischen Sinn dafür. Einerseits garantierte der Pakt den deutschen enorm wichtige Rohstofflieferungen. Zudem würde ein Angriff auf die Sowjetunion einen Zweifrontenkrieg mit England im Rücken bedeuten. Aufgrund dieser, wie sich zeigen sollte, fatalen Fehleinschätzung, befand sich auch die Rote Armee damals nicht in einem kriegsfähigen Zustand, während sich in Deutschland bereits das Unheil zusammenbraute. Bereits im Dezember 1940 gab Adolf Hitler nämlich unter dem „Decknamen Barbarossa“ die Weisung aus, dass auch die Sowjetunion, ähnlich wie Polen, in einem schnellen Feldzug zu besiegen sei. Am 22. Juni 1941 kommt es dann auch zur Umsetzung der Idee: Deutschland überfällt unter Nutzung der Propaganda-Lüge, ein Präventivkrieg sei erforderlich, den eigentlichen Parkt-Partner. 

 

Heute Gedenkveranstaltung um 17 Uhr auf dem Marktplatz in Schwerin

Zum 80. Mal jährt sich daher in diesem Jahr dieser Tag, der eine weitere Etappe in einem der schrecklichsten Kriege der Menschheitsgeschichte einleitete. „Ein Tag der Trauer, der Scham und des Nachdenkens über unsere historische deutsche Schuld“, wie die Veranstalter einer Gedenkveranstaltung schreiben, die am heutigen Dienstag (22. Juni 2021) um 17 Uhr auf dem Marktplatz in Schwerin stattfindet. „Von deutschem Boden ging ein beispielloser Vernichtungskrieg aus, geboren aus Eroberungssucht und Rassismus gegen die Völker der Sowjetunion. Er brachte unendliches Leid über die Menschen und forderte allein in der Sowjetunion mehr als 27 Millionen Opfer, vor allem aus Russland, der Ukraine und aus Belarus.“

Die Veranstalter sehen eine Aufgabe der heute in Deutschland friedlich lebenden Menschen, ihren Teil dazu beizutragen, dass die damals begangenen Gräueltaten niemals vergessen, nicht relativiert und schon gar nicht geleugnet werden. Sie erinnern daran, dass es letztlich auch die Rote Armee war, die Deutschland und die Welt vom Terrorregime der Nationalsozialisten befreiten und sehen eine Chance für anhaltenden Frieden vor allem auch in Europa nur dann gegeben, wenn Russland Teil einer Lösung ist und sein will. 

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Redaktion

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