Schwerin tanzte wieder in den Mai

Die Wiese am Marstall verwandelte sich wieder zur größten "Tanz in den Mai-Party" der Landeshauptstadt – Auch der Veranstalter sieht noch Potenzial für die nächsten Jahre. Von Stephan Haring

Schweriner tanzen in den Mai | Foto: Stephan Haring

 

Schon seit Ewigkeiten ist es auch in unserer Landeshauptstadt eine beliebte Tradition, am Vorabend des 1. Mai in den Wonnemonat zu tanzen. Zahlreiche Gastronomien verwandeln ihre Säle in Partylocation, unzählige Orte rund um Schwerin bieten eigene Veranstaltungen an – und dennoch ist es ebenso Tradition, in Schwerin auch Open Air den Beginn des Frühlings zu feiern.

Diesem Brauch folgten dann auch in diesem Jahr wieder weit über eintausend partyfreudige Gäste, die der Einladung zum „Tanz in den Mai 2018“ auf die Wiese am Marstall gefolgt waren. Veranstalter Sebastian Glanz und sein Team hatten auf einer Bühne von Bands mit Live-Musik bis zu DJ’s an ihren Mischpults ein abwechslungsreiches Programm aufgefahren. Getränkestände und Schwenkgrill sorgten rund herum für das leibliche Wohl – eine nochmals aufgestockte Sicherheitscrew zudem für einen durchweg reibungslosen Ablauf.

Gäste wie auch Veranstalter zeigten sich im Anschluss durchaus zufrieden – sahen aber auch noch das eine oder andere Entwicklungspotenzial. „Die Musik war genial – endlich auch mal Live Musik. Und vor allem nicht nur immer House und Techno, wie es viele Jahre der Fall war. Partymusik gehört einfach zum Tanz in den Mai“, so Susanne (21) aus Banzkow. Sie wird, so kündigt sie an, sicher auch im kommenden Jahr mit ihren Freundinnen wieder zum Marstall kommen. Aber es gab auch kritische Stimmen: „Ich komme aus Dortmund, und bin gerade für ein paar Tage hier in Schwerin. Da wollte ich diese Feier nicht verpassen. Die Musik war toll, aber irgendwie war das nicht unsere Altersklasse hier“, so Caroline Maschnewski (49). Ihre Begleiterin aus Schwerin ergänzt: „Das stimmt schon. Aber da kann hier niemand was dafür. Die Musik ist für alle passend. Wenn hier so viele junge Leute herkommen und die älteren zu Hause am Fernseher bleiben, dann liegt es allein an denen. Wären einfach ähnlich viele unseres Alters heute hergekommen, sähe das ganz anders aus. Aber das ist leider ein grundsätzliches Problem bei uns, die Jüngeren feiern, die Älteren bleiben fern.““

 

„Es ist eine große Herausforderung, mehrere Generationen zu einer Veranstaltung zu bekommen“

 

Ganz so hart möchte es Veranstalter Sebastian Glanz dann nicht formulieren: „Es ist gerade auch in Schwerin eine große Herausforderung, wirklich mehrere Generationen zu einer Veranstaltung zu bekommen. Obwohl gerade der Tanz in den Mai die passende Plattform dafür bieten würde, funktioniert es noch nicht. Aber wir werden weiter an diesem Ziel arbeiten. Denn wir wollen hier etwas für uns alle auf die Beine stellen.“

Glanz, der im vergangenen Jahr erstmals dieses Event organisiert und durchgeführt hatte, kündigt auch für dieses Jahr eine genaue Analyse der Veranstaltung an. „Denn natürlich sind wir auch aus wirtschaftlichen Gründen daran interessiert, in den kommenden Jahren eine größere Zielgruppe zu erreichen. Mit dieser Veranstaltung ist derzeit kein Geld zu verdienen“, so der erfahrene Veranstalter und Kulturschaffende. „Aber es ist, wie manch anderes Event, eine Tradition, die wir Schwerin erhalten müssen. Und genau das werden wir gemeinsam mit den Schwerinerinnen und Schwerinern auch in den kommenden Jahren schaffen.“ So wichtig es natürlich sei, am Ende kostendeckend zu arbeiten, so wichtig sei zuallererst der Glaube an Schwerin und das dafür notwendige eigene  Engagement, so Sebastian Glanz. „Die hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Land bei diesem Projekt und die wenn auch nur leicht gewachsene Besucherzahl sind für uns Ansporn, in den kommenden Jahren weiter dieses Projekt voranzubringen und dafür noch mehr Partner von unserer Idee zu begeistern.“

 

Ist es sinnvoll den Tanz der Kulturen als Paralell-Veranstaltung zu planen?

 

Vielleicht – dies allerdings ist ein redaktioneller Vorschlag – sollte die Stadt einmal überlegen, ob es sinnvoll ist, mit dem „Tanz der Kulturen“ auf dem Marktplatz parallel eine große und tolle Veranstaltung durchzuführen, die, wie sich dort zeigte, einen nicht unwesentlichen Teil der Altersgruppe bindet, die beim „Tanz in den Mai so vermisst wurden. Denn an sich ist es doch auch das Ziel der Stadt, am Marstall eine Veranstaltung für alle durchgeführt zu wissen. Und auch dem „Tanz der Kulturen“ täte es gut, nicht eine von vielen Veranstaltungen an einem Abend, sondern die Eine zu sein…

 

 

 

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