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SPD-Antrag zu Erziehungspartnerschaft ohne Mehrheit

(pm/red) Es ist erfahrungs­gemäß höchst unter­schiedlich, in welchem Umfang sich Eltern in die Gestal­tung der Abläufe in der Kindertagesstätte, die ihre Kinder besuchen, ein­brin­gen wollen. Während die einen in der

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  • Veröffentlicht März 12, 2015

kita dreesch

(pm/red) Es ist erfahrungs­gemäß höchst unter­schiedlich, in welchem Umfang sich Eltern in die Gestal­tung der Abläufe in der Kindertagesstätte, die ihre Kinder besuchen, ein­brin­gen wollen. Während die einen in der Betreu­ung durch das päd­a­gogis­che Per­son­al eine Erle­ichterung sehen, leg­en andere großen Wert darauf, per­ma­nent darüber auf dem Laufend­en gehal­ten und mitbes­tim­men zu kön­nen, welche Entschei­dun­gen und Abläufe den All­t­ag in der Kita bee­in­flussen.

Aus diesem Grund hat die SPD-Frak­tion eine Ini­tia­tive in die Stadtvertre­tung einge­bracht, die auf die Umset­zung und Stärkung von Mitwirkungsrecht­en der Eltern in allen Kitas abzielte. Konkret sollte sich die Ober­bürg­er­meis­terin für eine gelebte Bil­dungs- und Erziehungspart­ner­schaft zwis­chen den Eltern­räten und den einzel­nen Kindertage­sein­rich­tun­gen ein­set­zen.

Dieser Antrag fand jedoch nicht die Mehrheit der übri­gen Stadtvertreter. Der sozialpoli­tis­che Sprech­er der SPD-Frak­tion, Chris­t­ian Masch, äußerte dazu: „Ger­ade wenn es um ihre Kle­in­sten geht, wollen Eltern mitre­den und mit­gestal­ten – sei es bei der Weit­er­en­twick­lung der päd­a­gogis­chen Konzep­tion, der Öff­nungszeit­en oder aber bei der Essensver­sorgung in den Kitas. Wir sind überzeugt, dass eine an den Inter­essen der Kinder und Eltern aus­gerichtete Kita nur möglich ist, wenn die Eltern bei Entschei­dun­gen der Kitaleitung mitwirken. Bei vie­len Kitas klappt das schon her­vor­ra­gend, aber längst noch nicht bei allen. Eine mod­erne Stadt­ge­sellschaft lebt von umfassender Bürg­er­beteili­gung in allen Bere­ichen des Lebens. Das bet­rifft auch die Kinder­be­treu­ung.“

Eltern sollen Entschei­dun­gen nicht ein­fach hin­nehmen müssen

Die jugend­poli­tis­che Sprecherin, Edda Rakette, ergänzt: „Die Eltern von heute sind ver­ant­wor­tungs­be­wusst und wollen Entschei­dun­gen – wie zulet­zt z. B. zur Essensver­sorgung – nicht ein­fach hin­nehmen. Sie wollen mit­mis­chen. Und genau darauf kam es uns an. Deshalb woll­ten wir, dass sich die Lan­deshaupt­stadt im Rah­men ihrer Möglichkeit­en als örtlich­er Träger der öffentlichen Jugend­hil­fe für die Eltern stark macht.“

Eine der Stadtvertreterin­nen, die sich gegen den Antrag aussprach, ist FDP-Stadtvertreterin  Cécile Bon­net. Sie beze­ich­nete den Antrag als „unkonkret“ und warf der SPD vor, diese würde darin keine Lösung für die offe­nen Fra­gen und Vor­würfe bieten, die bei der Prax­is der pauschalen Kita-Essens­abrech­nun­gen und ihrem rechts­fraglichen Umgang damit im Raum stün­den. Vor allem nimmt Bon­net daran Anstoß, dass sich immer noch kein nen­nenswert­er Wider­stand unter den Stadtvertretern gegen die Pauscha­l­abrech­nung bei der Verpfle­gung regen würde.

Bon­net: SPD-Antrag „unkonkret und vage“

Mit Beginn des Jahres 2015 schreibt das Gesetz zur Förderung von Kindern in Kindertage­sein­rich­tun­gen und in Kindertage­spflege (Kindertages­förderungs­ge­setz – KiföG M‑V) die Vol­lverpfle­gung in den Kitas vor. Das Gesetz lässt eine so genan­nte Spitz­abrech­nung, also eine ver­brauchsab­hängige Abrech­nung, eben­so zu wie eine Pauschale.
Bon­net hat eine Peti­tion für eine ver­brauchsab­hängige Pauschale ges­tartet, der sich auch bere­its 1700 Per­so­n­en angeschlossen hat­ten.

„Der Frust bei den Eltern ist nachvol­lziehbar, wenn diese gegen die ungerechte Pauscha­l­abrech­nung protestieren und lan­desweit Verän­derun­gen ein­fordern, dann aber nach Monat­en nur vage blu­mige Worte auf kom­mu­naler Ebene von der SPD fol­gen”, äußerte die Poli­tik­erin in ein­er Erk­lärung.

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