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Aktionstag Glücksspielsucht:
Spielsucht angehen und Regeln verschärfen

Die Landesfachstelle Glücksspielsucht MV warnt eindringlich vor den Gefahren von Glücksspielen und betonte die dringende Notwendigkeit verschärfter Regulierungen und Jugendschutzmaßnahmen.     Anlässlich des bundesweiten Aktionstags Glücksspielsucht am 27. September

  • Veröffentlicht September 27, 2023

Die Landesfachstelle Glücksspielsucht MV warnt eindringlich vor den Gefahren von Glücksspielen und betonte die dringende Notwendigkeit verschärfter Regulierungen und Jugendschutzmaßnahmen.

 

Blick in ein Casino - Spielsucht
Symbolbild: Automaten in einem Casino

 

Anlässlich des bundesweiten Aktionstags Glücksspielsucht am 27. September 2023 lenkt die Landesfachstelle Glücksspielsucht MV die Aufmerksamkeit auf die Risiken und Gefahren, die mit Glücksspielen einhergehen. Während Glücksspielangebote oft mit verlockenden Geldgewinnen locken, warnt die Fachstelle vor den potenziellen Konsequenzen, die ein problematisches Spielverhalten mit sich bringen kann.

Ängste, Unruhe und Schlafstörungen

Zu den ersten Anzeichen für ein problematisches Spielverhalten gehören das Verspielen von mehr Geld, als zur Verfügung steht, sowie die Vernachlässigung beruflicher und sozialer Verpflichtungen zugunsten des Glücksspiels. Die betroffenen Personen leiden häufig unter Ängsten, Unruhe und Schlafstörungen, und einige greifen verstärkt zu Alkohol oder anderen Drogen.

Christian Krieg, der Leiter der Landesfachstelle Glücksspielsucht MV, macht auf die erschreckenden Zahlen aufmerksam: „Gut acht Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind spielsüchtig oder befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Spielsucht. Einige verlieren sogar ihre Häuser oder Wohnungen, gefährden ihre Gesundheit und kämpfen schwer gegen die Sucht an. Oftmals endet diese Abwärtsspirale in der Privatinsolvenz, zerstörten Familien oder völliger Einsamkeit.

Strengere Regeln und mehr Schutz von Jugendlichen und Spielern

Wir benötigen dringend strengere Regulierungen und einen umfassenden Schutz von Jugendlichen und Spielern. Dieser Schutz beginnt mit Einschränkungen in der Werbung und beim Sponsoring, insbesondere im Bereich der Sportwetten. Vor diesem Hintergrund fordern wir weitere Beschränkungen in der Fernseh-, Internet- und Social-Media-Werbung während der Hauptsendezeit, wenn Kinder und Jugendliche vermehrt aktiv sind. Glücksspielsucht belastet nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihr unmittelbares Umfeld. Angehörige leiden unter Streitigkeiten, Vertrauensverlust und finanziellen Sorgen, die durch die Glücksspielsucht verursacht werden.“

Im Rahmen des Aktionstags hat die Landesfachstelle die Broschüre „Voll verzockt“ veröffentlicht, die wichtige Informationen zum Thema Glücksspiel zusammenfasst. Die Broschüre steht kostenfrei auf der Website www.gluecksspielsucht-mv.de zur Verfügung und kann dort ebenfalls kostenfrei bestellt werden.

Hilfe für Süchtige oder Suchtgefährdete

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet ebenfalls Hilfe. Unter www.check-dein-spiel.de informiert die BZgA über einen verantwortungsvollen Umgang mit Glücksspielen. Zusätzlich können Interessierte mithilfe eines Online-Selbsttests überprüfen, ob ihr eigenes Spielverhalten problematisch ist. Bei festgestelltem problematischem Spielverhalten bietet das Internetportal das qualitätsgeprüfte kostenfreie Online-Verhaltensänderungsprogramm „Check Out“ an und informiert über weiterführende Unterstützungs- und Beratungsangebote, die sich auch an Angehörige richten. Speziell für Angehörige wurde das Angebot um eine individuelle E-Mail-Beratung und das Online-Beratungsprogramm „Time Out“ erweitert.

Der Aktionstag Glücksspielsucht am 27. September 2023 soll das Bewusstsein für die Gefahren von Glücksspielen schärfen und dazu ermutigen, rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen, um problematisches Spielverhalten zu bekämpfen und die betroffenen Personen und ihre Familien zu unterstützen.

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Redaktion

der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal. Kontakt: redaktion@schwerin-lokal.de

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