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Stadt droht Klage wegen Hochhausbau am Ziegelsee

(sr). Der Hochhaus-Stre­it am Ziegelsee geht in die näch­ste Runde. Die Frak­tion der Unab­hängi­gen Bürg­er hält das Ver­fahren für rechtswidrig und dro­ht mit Klage.    Der Stre­it um den Bau

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  • Veröffentlicht September 2, 2014
Der Neubau des zehnstöckigen Hochhauses am Ziegelsee sorgt für eine Menge Unruhe in der Stadt. Nun drohen die Unabhängigen Bürger auch noch mit einer Klage gegen die Stadt.
Der geplante Neubau eines zehn­stöck­i­gen Hochhaus­es am Ziegelsee sorgt seit April für Wirbel. Jet­zt dro­hen die Unab­hängi­gen Bürg­er (UB)  mit ein­er Klage gegen die Stadt, sollte dies am soge­nan­nten beschle­u­nigten Ver­fahren fes­thal­ten

(sr). Der Hochhaus-Stre­it am Ziegelsee geht in die näch­ste Runde. Die Frak­tion der Unab­hängi­gen Bürg­er hält das Ver­fahren für rechtswidrig und dro­ht mit Klage. 

 

Der Stre­it um den Bau eines zehn­stöck­i­gen Hochhaus­es am Ziegelsee geht in die näch­ste Runde. Seit im April bekan­nt gewor­den ist, dass die Stadtver­wal­tung am Ziegelsee den Bau eines neuen Hochhaus­es plant, ist ein Stre­it zwis­chen Befür­wortern und Geg­n­ern ent­bran­nt.

 

Rechtliche Prüfung gibt Argumenten der Kritiker recht

 

Das große Prob­lem für die Geg­n­er ist die Höhe und der Umfang des geplanten Baus. Darüber hin­aus, wur­den immer wieder Befürch­tun­gen laut, dass bei der Bebau­ung Regeln ver­let­zt wer­den kön­nten. Ins­beson­dere sahen die Geg­n­er die Vorschriften der Baunutzungsverord­nung und der Lan­des­bauord­nung zu Abstands­flächen und dem Maß der baulichen Nutzung mit den Plä­nen der Stadtver­wal­tung ver­let­zt.

 

Silvio Horn, Fraktionsvorsitzender der UB-Fraktion: Der Stadt "droht hier eine juristische Niederlage, wenn der Plan gerichtlich überprüft werden sollte"
Sil­vio Horn, Frak­tionsvor­sitzen­der der UB-Frak­tion: Der Stadt „dro­ht hier eine juris­tis­che Nieder­lage, wenn der Plan gerichtlich über­prüft wer­den sollte”

Diese Befürch­tun­gen scheinen sich nun zu bestäti­gen. Eine von der Frak­tion der Unab­hängi­gen Bürg­er (UB) in Auf­trag gegebene rechtliche Prü­fung der Bau­pläne, kommt zu dem Ergeb­nis, dass der erstellte Bau­plan rechtswidrig ist. „Die Ver­wal­tung hat hier das so genan­nte beschle­u­nigte Ver­fahren gewählt, bei dem auf eine Umwelt­prü­fung verzichtet wird. Dies ist aber nur bei kleinen Flächen zuläs­sig, wenn keine erhe­blichen Umwelt­beein­träch­ti­gun­gen zu befürcht­en sind“, erläutert Frak­tionsvor­sitzen­der Sil­vio Horn.

 

Damit gibt die Prü­fung den Argu­menten der Baugeg­n­er recht. Die Frak­tion begrün­det ihre Recht­sauf­fas­sung damit, dass bei der Berech­nung der Max­i­malflächen nicht nur die des jet­zi­gen Bebau­ungs­planes berück­sichtigt wer­den müsse. Vielmehr müssten nach dem Bauge­set­zbuch alle Bebau­ungspläne ein­be­zo­gen wer­den, die in einem engen Zusam­men­hang mit dem geplanten stün­den. „Damit müssen alle Neubauge­bi­ete in diesem Bere­ich mit ein­gerech­net wer­den – und dann ist man weit über der Max­i­mal­größe“, so Frak­tion­sjurist Dr. Wolf­gang Leist. Zudem überse­he die Ver­wal­tung anscheinend, dass auch bei ein­er ein­fachen Beein­träch­ti­gung euro­parechtlich geschützter Bere­iche, hier das Vogelschutzge­bi­et, die Ver­fahren­sart nicht gewählt wer­den dürfe.

 

Oberbürgermeisterin soll sich äußern

 

In ein­er entsprechen­den Anfrage an die Ober­bürg­er­meis­terin Ange­li­ka Gramkow (LINKE) hat die Frak­tion nun auf die Prob­leme hingewiesen. Weit­er­hin möcht­en die Unab­hängi­gen Bürg­er vom Stad­to­ber­haupt wis­sen, warum die Ver­wal­tung dieses beschle­u­nigte Ver­fahren für zuläs­sig halte.

 

Für den Fall, dass die Stadt das geplante Ver­fahren mit der linken und christ­demokratis­chen Mehrheit in der Stadtvertre­tung, die sich bish­er hin­ter die Bau­pläne gestellt haben, unbeein­druckt vorantreibt, dro­ht Sil­vio Horn mit der Ein­leitung juris­tis­ch­er Schritte. „Die Ober­bürg­er­meis­terin wäre gut berat­en, die Argu­mente der Bürg­erini­tia­tive ernst zu nehmen und not­falls das Ver­fahren zu stop­pen. Anson­sten dro­ht hier eine juris­tis­che Nieder­lage, wenn der Plan gerichtlich über­prüft wer­den sollte“, macht der UB-Frak­tion­schef deut­lich.