Streit um Äußerungen des Leiters des Demokratiezentrum Westmecklenburg

Ein Interview des Leiter des Regionalzentrums für demokratische Kultur in Westmecklenburg, Daniel Trepsdorf hat die AfD in Schwerin verärgert.

Daniel Trepsdorf verärgert die AfD Foto: Die Linke MV

In der vergangenen Woche hatte der Leiter des Regionalzentrums für demokratische Kultur in Westmecklenburg, Daniel Trepsdorf  der Schweriner Volkszeitung (SVZ) ein Interview unter der Überschrift „Die braunen Immobiliengeschäfte der NPD“ gegeben Dieses Interview hat ihm nun eine Unterlassungsforderung seitens der AfD in Schwerin eingebracht.

 

Genossenschaft soll Strukturen festigen

 

Trepsdorf hatte in dem Interview davor gewarnt, dass die NPD im Land dabei sei ihre Strukturen auszubauen. Seitdem die Rechtsextremisten 2016 aus dem Landtag herausgeflogen sind, stehen sie nicht mehr im öffentlichen Fokus. Daniel Trepsdorf  hatte in dem Interview der SVZ betont, dass die NPD versuche neue Wertschöpfungs- und Finanzquellen zu erschließen, etwa um völkische Ansiedlungsprojekte, ultranationale Mittelständler und Gewerbetreibende sowie Logistikstützpunkte im Land zu etablieren. Dazu habe man gerade erst eine Genossenschaft gegründet. 

 

Abgabe einer Unterlassungserklärung eingefordert

 

Auf die Frage, ob es im Land Verbindungen zwischen der AfD und der NPD gebe, hatte Trepsdorf geäußert, dass der NPD-Kader Andreas Theißen als Mitinitiator einer AfD-Mahnwache aufgetreten sei und dort gesprochen habe. Diese Äußerung hat nun die AfD auf den Plan gerufen. Der Schweriner Landtagsabgeordnete Bert Obereiner wehrt sich gegen diese Behauptung.  „Es ist wirklich unglaublich, dass bewusst gelogen wird, um die AfD zu diskreditieren“, schimpft Obereiner. Er selbst habe Theißen zum Verlassen des Platzes aufgefordert, nachdem er ihn als NPD-Kader erkannt habe. Die Behauptung des Leiters des Demokratiezentrums soll nun nach dem Willen der Schweriner AfD ein juristisches Nachspiel haben. Die Aufforderung der Abgabe einer Unterlassungserklärung habe man inzwischen auf den Weg gebracht.

Weiter weißt die AfD in einer Mitteilung darauf hin, dass NPD-Mann Theißen nicht auf der AfD-Kundgebung gesprochen habe. Vielmehr habe Theißen im Rahmen der Gegenveranstaltung des Bündnisses „Schwerin für alle“ das Wort ergriffen. Versammlungsleiter Andreas Katz hatte Theißen im Rahmen eines offenen Mikrofons sprechen lassen, in diesem Zusammenhang auch auf den politischen Hintergrund des Redners hingewiesen. 

Die Schweriner Volkszeitung veröffentlichte bereits am Samstag eine Berichtigung des Interviews. Die strittige Äußerungen ist herausgenommen worden. 

 

Henning Kobs

Journalist. Wohnt in Braunschweig. Schreibt seit der Gründung im Jahr 2013 als freier Mitarbeiter gelegentlich für unsere digitale Tageszeitung. Er arbeitet vor allem im Back-Office der Redaktion.

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