Wer folgt auf Stadtpräsident Stephan Nolte?

Am 24. Juni wird die Stadtvertretung auch einen neuen Stadtpräsidenten zu wählen haben. Stephan Nolte, der in der ganzen Stadtvertretung hoch geschätzt wurde, hatte zur letzten Kommunalwahl nicht mehr kandidiert. Nun deutet sich eine Kampfkandidatur um seinen Stuhl an.

So einfach wie vor fünf Jahren wird es bei der Wahl des Stadtpräsidenten dieses Mal  vermutlich nicht werden. Damals wurde Stephan Nolte auf Vorschlag der CDU ohne Gegenstimme und mit nur drei Enthaltungen gewählt. Wenn am 24. Juni die Stadtvertretung zusammenkommt, dann wird es dieses Mal höchstwahrscheinlich eine Kampfkandidatur geben. 

So hat die SPD schon angekündigt, dass sie als die Fraktion mit dem besten Wahlergebnis einen Personalvorschlag vorlegen wird. „Bisher war es gute Tradition, dass die Partei den Stadtpräsidenten stellt, die auch die größte Unterstützung von den Wählerinnen und Wählern bekommen hat. Und das ist – wenn auch knapp – die SPD“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende, Christian Masch.

Wer nun von der SPD vorgeschlagen wird, das teilt die Partei noch nicht mit. Bisher haben die Sozialdemokraten mit der Stadtvertreterin Gerlinde Hacker eine der stellvertretenden Stadtpräsidentin gestellt. Hacker war aber bei der letzten Kommunalwahl nicht mehr für die SPD angetreten. Als Kandidatin scheidet sie daher aus. 

Immer wieder wird die gerade erst zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzende Mandy Pfeifer als Kandidatin für das höchste Amt in der Stadt genannt. Das sind aber im Moment lediglich Spekulationen. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass die Sozialdemokraten bei ihrer Nominierung dieses Mal auf eine Kandidatin setzen werden. Gegen Pfeifer dürfte sprechen, dass sie gerade erst in die Stadtvertretung hineingewählt wurde, und es ihr daher noch an der nötigen Erfahrung fehlt. 

 

Der nächste Stadtpräsident muss die nötige politische Erfahrung mitbringen

 

Als inzwischen größte Fraktion hat auch die CDU/FDP-Fraktion angekündigt über die Nominierung eines eigenen Kandidaten nachzudenken. „Bei einem Unterschied von 41 Stimmen gibt es keinen klaren Wahlsieger. Für uns ist es wichtig, dass der nächste Stadtpräsident die nötige politische Erfahrung mitbringt und die Interessen der Stadtvertretung auch gegenüber der Verwaltung selbstbewusst vertritt.“, sagt Fraktionsvorsitzender Sebastian Ehlers. Am kommenden Dienstag werde man in der Fraktion über einen eigenen Personalvorschlag beraten.

Allerdings wird allgemein davon ausgegangen, dass es einen Kandidaten der CDU/FDP-Fraktion geben wird. Wer es dann machen könnte, darüber kann im Moment auch nur spekuliert werden. Immer wieder wurde in diesem Zusammenhang der Fraktionsvorsitzende Sebastian Ehlers ins Gespräch gebracht. Dieser dürfte aber eher an der Spitze der Fraktion gebraucht werden. Mit dem ehemaligen Oberbürgermeister, Norbert Claussen oder dem Vorgänger von Sebastian Ehlers, Gert Rudolf stünden Kandidaten bereit, denen man das Amt durchaus zutrauen kann. Fraglich dürfte allerdings sein, ob diese beiden Kandidaten auch einen Rückhalt über die Fraktion hinaus haben. Den benötigten beide am Ende für ihre Wahl. 

Denkbar wäre auch eine Frau als Kandidatin der CDU/FDP-Fraktion. Mit Silvia Rabethge stünde eine Frau bereit, der man durchaus Chancen einräumen kann, auch für andere Fraktionen wählbar zu sein. Als Ausschussvorsitzende des Kulturausschusses, verfügt sie ohne Zweifel auch über die notwendige Gremienerfahrung. Am Ende sind aber auch alle diese Namen nur Spekulationen. 

Egal, wer am Ende nominiert wird: Die politische Landschaft in der neuen Stadtvertretung ist bunter geworden und Bündnisse zu schmieden, ist nicht mehr ganz so leicht wie früher. Insofern ist auch die zu erwartende Kampfkandidatur ein Beleg dafür, dass nichts mehr so berechenbar ist wie früher.

 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

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